28 Mar 2011

Verkaufsmethoden

Dass das Kaufen und Verkaufen unsere Wirtschaft am Leben hält, wissen wir alle. Dass das Einkaufen, heute auch Shopping genannt, inzwischen sogar zur Freizeitgestaltung hochstilisiert wird, nennt man "Zeitgeist". Vielfältig sind inzwischen die mehr oder weniger raffinierten Methoden, mit denen diverse Firmen versuchen, ihre Produkte an den Mann/die Frau zu bringen.


Noch aus meiner Kindheit kann ich mich an den ehrenwerten Berufsstand der Staubsaugervertreter erinnern, die, natürlich unangemeldet, ins Haus kamen, ihr Verkaufsgut ausbreiteten und in einem nicht mehr enden wollenden Schwall an Lobesworten das ihnen anvertraute Produkt anpriesen. Ähnlich unerbittlich waren die Vertreter von Zeitschriftenabonnements oder Buchklubs. Meist waren diese Verkaufsaktionen von Erfolg gekrönt, waren die Hausfrauen von damals schließlich noch nicht gewappnet gegen derartig effektive Konsumversuchungen und psychologische Tricks.

Das hat sich inzwischen geändert. Darum sind die Firmen auch auf neue Methoden umgestiegen und machen sich freundschaftliche Gefühle und persönliche Beziehungen zu Nutze. Wer kann sich schon entziehen, wenn er zu einer Party eingeladen ist und dort der Gastgeberin durch umsatzstarke Einkäufe von Plastikgeschirr oder Kerzen zu einem großartigen Geschenk verhilft. Oder wenn er von seinem Chef oder Kunden zu einem Vortrag mitgenommen wird, der sich als Werbeveranstaltung einer Network Marketing Organisation entpuppt.

Wie sehr lobe ich mir da den Kauf im Versandhaus - unpersönlich und unproblematisch. Wirklich? Nicht immer. Auch hier gibt es lästige Begleiterscheinungen wie Gewinnspiele, Gratis-Geschenke die keiner braucht oder Wertmarken, deren Sammeln irgendwelche Vorteile verspricht.

Am besten, man geht dann, wenn man etwas braucht, in ein entsprechendes Geschäft und kauft es? Auch nicht mehr so einfach, denn hier werden einem zumindest Kundenkarten oder gar Clubmitgliedschaften aufgenötigt und man muss jedes Mal von neuem dankend ablehnen, will man nicht eine von Kundenkarten überquellende Geldbörse mit sich herumtragen.

Vielleicht könnten wir ja die eine oder andere Methode auf die Weiterverbreitung von eLearning anwenden. Der eLearning-Vertreter, der unangemeldet im Unterricht erscheint und Lehrende wie Lernende mit wortreichen Lobpreisungen mitreisst, das als Weihnachtsfeier getarnte eLearning-Seminar, die Kundenkarte für den Bildungsserver ... Ideen werden gerne angenommen.