28 Mar 2011

Fremdwörter

Meine lieben Damen und Herren, liebe Leser und Leserinnen,

das soll jetzt kein Wettern gegen fremde Einflüsse auf unsere Sprache werden, auch wenn ich über unsere Meetings und Commitments und andere in die Alltagssprache übernommenen Ausdrücke manchmal schon schmunzeln muss. Erstens bin ich persönlich sehr anglophil (Englisch ist immerhin die einzige Fremdsprache von der ich behaupten kann, dass ich sie einigermaßen beherrsche) und zweitens zeige auch ich gerne (m)einen gehobenen Bildungsstand durch raffinierte Anwendung interessant klingender Fremdwörter. Wie gut, wenn man über Lateinkenntnisse verfügt und im rechten Moment entsprechende Ausrufe bereit hält wie "Sic transit gloria mundi" (vor allem beim morgendlichen Blick in den Spiegel) oder "pecunia non olet" (falls man unerwartet zu Geld kommen sollte). Die rechte Kenntnis von Fremdwörtern und fremdsprachigen Redewendungen wirkt einfach immer und kann auch gut als Aufputz für unverbindlichen Smalltalk verwendet werden.

Amüsant wird´s, wenn eine Sekretärin im Protokoll eine Adhoc-Sitzung als eine Art Hock-Sitzung niederschreibt (so tatsächlich geschehen) oder wenn die wilde KurtisanŽ mit dem wilden Kurdistan verwechselt wird (immerhin bisher nur im Kabarett erlebt). Auch "tout malade" mit einem undeutlichen "tut ma lad" (Tut mir Leid) zu verwechseln, kann zu befremdlichen Situationen führen.

Folgende Episode jedenfalls könnte entweder auf mangelnde Englischkenntnisse oder aber auf bewundernswerte Schlagfertigkeit hinweisen: Bahnhof Linz, irgendwann in den letzten Wochen. Ein Bekannter von mir betritt eine Trafik und fragt: "Hätten Sie vielleicht ein Reader´s Digest?" "Na", antwortet die Verkäuferin, "oba die Rieder Nachrichten können´s haben".

Und damit auch Ihnen die Sprüche nie ausgehen:
http://www.spruecheportal.de
http://msd.twoday.net/
http://zitate.net/