28 Mar 2011

... diesmal zum Thema "Information"

Angelehnt an einen von mir schon seit Kindheit hoch verehrten Schriftsteller möchte ich Ihnen heute ein Erlebnis, das mir in Begleitung des besten Ehemanns von allen widerfuhr, erzählen. Es machte mir deutlich, wie man ein und dieselbe Information sehr positiv oder auch sehr negativ an den Mann/die Frau bringen kann. Es ging um ein Motorrad.

Es ging hier nicht um ein wildes Motorrad, sondern um ein kleines, handliches und gemütliches, mit dem man zum Bäcker in die Stadt fährt, kleine Ausflüge auf Bundesstraßen macht und sonst möglichst wenig Arbeit und Ausgaben hat. Der beste Ehemann von allen hat sich also ein bewährtes Modell ausgesucht, das seit Jahren von einem sehr renommierten japanischen Hersteller angeboten wird und sich vor allem in Asien und Afrika aufgrund seiner Unkompliziertheit größter Beliebtheit erfreut.

Information beim Händler Nr. 1: "Ach, vergessen Sie´s. Alte Technik, keinerlei Elektronik, keine Extras. Das wäre, als ob Sie heute einen neu gebauten VW Käfer im Stil von 1960 erwerben würden. Wählen Sie doch lieber ein zeitgemäßeres Modell."

Information beim Händler Nr. 2: "Kann ich Ihnen sehr empfehlen. Alte Technik, keinerlei Elektronik, keine Extras. Das wäre, als ob Sie heute einen neu gebauten VW Käfer im Stil von 1960 erwerben würden. Kann Ihnen jeder Mechaniker reparieren."

Der beste Ehemann von allen hat sich für die alte Technik ohne Elektronik und ohne Extras entschieden. Gäbe es ihn, neu gebaut und erschwinglich, würde er sich sicher einen VW Käfer im Stil von 1960 kaufen.

Und was mich betrifft: ich war wirklich fasziniert davon, wie man ein und dieselbe Information unterschiedlich betrachten kann.

28 Mar 2011

Werbesprüche

Kürzlich hat mir ein Kollege ein frisches Pfefferminzbonbon einer ganz bestimmten Marke angeboten, und beim Anblick der Verpackung entfloh mir ein jauchzendes: "Sind sie zu stark, bist Du zu schwach". Natürlich erntete ich verständnislose Blicke, denn nicht jeder ist derartig werbebestimmt wie ich. Ich kann halt nicht anders. War es einstmals beruflich bedingtes Interesse, so ist es heute Spaß an der Sache: ich bin fernsehsüchtig und kann auch bei Werbung nicht wegsehen.

Klar musste umgehend die neueste Hautcreme für reifere Semester her, nachdem ein verdächtig gut erhaltener Filmstar meiner Jugendzeit mir diese mit äußerster Überzeugungskraft angepriesen hat (obwohl - wenn das Produkt so neu ist, womit hat sie sich die letzten 60 Jahre gepflegt ...). Wenn ein Waschmittel Aprilfrische verspricht, muss es ins Haus und die Cholesterin senkende Margarine weckt inzwischen auch mein Interesse.

Bis vor kurzem war ich mir ganz sicher, zumindest den Verlockungen der Dauerwerbesendungen unter Garantie widerstehen zu können. Inzwischen bin ich schwach geworden und stolze Besitzerin eines Faltbrettes. Das ist ein Gegenstand, mit dem man Hemden und andere Wäsche- bzw. Kleidungsstücke mathematisch genau falten kann. Ich kann Ihnen verraten: ein echter Fortschritt in meinen Kleiderschränken! Wenigstens bei den deutschen Wunderhobeln, königlichen Bauchtrainern und garantiert erfolgreichen Latin Dancing Kursen bin ich bisher standhaft geblieben. Wie gesagt, bisher.

Erst heute Früh fragte mich der beste Ehemann von allen nach der Telefonnummer seines Vaters. Er ist nämlich nicht gewillt, sich irgendwelche Telefonnummern auswendig zu merken. Wie aus der Pistole geschossen antwortete ich: "Bin i da Herold?"

Dabei muss man ja schon richtig vorsichtig sein, was man sagt, denn nicht nur die berühmte Pausen- und Kuhfarbe, sondern auch so mancher bis dato eher unverfängliche deutschsprachige Satz ist inzwischen geschützt. Also i find des super!

Ruth Sattler's Space

Dieser Blog kann als "das kleine Handbuch der Suderei" betrachtet werden. Nichts bleibt unkommentiert ... alles wird beredet ... :-)